Klar sehen trotz der Umkehrung
Die Welt ist nicht so, wie man sie sich vorstellt. Hinter dem offiziellen Diskurs von Fortschritt, Humanismus und Gemeinwohl wirkt eine strukturierte, dominante Gruppe, die eine Weltanschauung trägt, die den Werten fremd ist, welche sie öffentlich zur Schau stellt. Diese Sichtweise wurzelt in esoterischen und symbolischen Traditionen aus vorabrahamitischen Zivilisationen, die bis heute weitergetragen und kodifiziert werden, insbesondere durch die Freimaurerei.
Diese Strömung steht in der Kontinuität der historischen Gegner der Propheten. Wie jene stellt sie sich der offenbarten Wahrheit entgegen, jedoch in an die Zeit angepasster Form. Sie bekämpft den Monotheismus nicht mehr frontal; sie handelt unter dem Deckmantel politischer Neutralität und positivistischer Rationalität, bemüht sich, die Botschaft zu verwässern, sie im öffentlichen Raum zu marginalisieren und jene anzugreifen, die sie mit Konstanz verinnerlichen.
In diesem gemeinsamen Kampf gegen alles, was ihren Zielen entgegensteht, handeln die Staaten koordiniert, jeder entsprechend seiner Rolle und Position. Diese Arbeitsteilung ermöglicht es, eine globale Ausrichtung durchzusetzen, ohne jemals ihre Einheit oder die wahren Impulszentren klar offenzulegen. Die allgegenwärtigen Symbole in Institutionen, Architektur und Wirtschaft sind daher kein Folkloreelement. Sie bezeugen eine ideologische Kontinuität, die auf einer Logik der Umkehrung beruht, darauf ausgerichtet, die Völker in die Irre zu führen, dabei jedoch für jene lesbar zu bleiben, die ihre Sprache verstehen.
Daher ist für den Gläubigen die Unterscheidung dessen, wer wer ist, zu einer Notwendigkeit. Allah hat niemals zur Blindheit aufgerufen, sondern zur Unterscheidungskraft. Er gebietet, sich nicht mit jenen zu verbünden, die sich der Offenbarung widersetzen, und niemals Autorität, Vorherrschaft oder Nähe als Massstäbe der Richtigkeit zu nehmen. Bündnis gründet sich weder auf Stärke noch auf Einfluss, sondern auf die Zustimmung zur Offenbarung, die allein die grundlegende Realität beschreibt und festsetzt.
Wenn Allah dieser Gruppe Handlungsraum lässt, geschieht dies weder aus Billigung noch weil Er das Falsche oder Verwerfliche unterstützt. Es ist eine Prüfung im grossen Massstab. Allah prüft damit die einen durch die anderen, damit kenntlich gemacht wird, wer in der Wahrheit standhaft bleibt und wer sich von der herrschenden Ordnung verführen lässt. Was im Diesseits gewährt wird, sei es Autorität oder Erfolg, ist daher kein Zeichen göttlichen Wohlgefallens, sondern ein Mittel, durch das die Herzen geprüft und offenbar gemacht werden.
Übergreifende Zugehörigkeit
In einem medialen Raum, der von einer dominanten Erzählung strukturiert wird, ist die zur Schau gestellte Vielfalt weitgehend ein Trugbild. Die Gegenüberstellung von Links und Rechts erzeugt die Illusion eines realen Konflikts, während sich die Parteien faktisch innerhalb desselben ideologischen Rahmens bewegen. Machtwechsel und Debatten dienen vor allem dazu, den Anschein von Pluralismus zu wahren, während die grundlegenden Ausrichtungen unverändert bleiben.
Diese Konvergenz zeigt sich nicht nur in den Reden, sondern ebenso in den Handlungen und Strukturen. Die politischen Weichenstellungen belegen es: Bei zentralen Fragen handeln die Staaten im Gleichklang und folgen derselben Linie. Diese Einheit spiegelt sich auch in der gemeinsamen symbolischen Sprache wider — numerische Codes, wiederkehrende Symbole wie die Pyramide oder der Bogen — allesamt Kennzeichen einer gemeinsamen ideologischen Zugehörigkeit, die sich bis in staatliche Darstellungen weltweit einschreibt und mit dem freimaurerischen Erbe verbunden ist.
Gehorsam ohne Gewissen
Über die medialen Relais hinaus stützt sich das System auf eine Vielzahl von Ausführenden, die im gesamten gesellschaftlichen Gefüge verstreut sind. Man findet sie in allen Städten, in allen Milieus und in sämtlichen Berufen, unabhängig von der sozialen Stellung. Ihre Rolle beschränkt sich auf die Ausführung eines Befehls, sei es aus Opportunismus, aus Konformismus oder weil sie sich dazu gezwungen fühlen.
Diese Diener des Systems handeln selten aus tiefer Überzeugung. Sie gehorchen im Austausch gegen einen gewährten Vorteil, eine erhoffte Beförderung oder die Vermeidung von Druck. Diese Logik der interessengeleiteten Unterwerfung ermöglicht es dem System, zu wirken, ohne jemals seine tatsächlichen Entscheidungszentren direkt offenzulegen.
Von jeder moralischen Verantwortung entlastet durch die Verwässerung der Befehle und die Fragmentierung der Aufgaben, können ihre Handlungen sehr weit gehen. Sobald Gehorsam zur Norm wird und das Gewissen in den Hintergrund tritt, existiert keine klare Grenze mehr für das, was gerechtfertigt, ausgeführt oder geduldet werden kann.
Standhaftigkeit der Gläubigen
Angesichts dieser etablierten Ordnung ist der Gläubige weder zur Furcht noch zur Faszination aufgerufen, sondern zu innerer Festigkeit. Seine erste Verantwortung besteht darin, der Offenbarung treu zu bleiben, keinen Zusammenhang zwischen dominierender Stellung und Wahrheit herzustellen und niemals sein Gewissen auf dem Altar des Komforts oder des Konformismus zu opfern. Unterscheidungsvermögen, Geduld und Beständigkeit in der Wahrheit sind die einzigen Schutzwälle gegen die kollektive Verirrung. Durch diese stille, aber entschlossene Treue zu Allah allein unterscheiden sich jene, die aufrecht bleiben, wenn die Massstäbe umgekehrt werden.
(29:2) Meinen die Menschen etwa, man lasse sie sagen: "Wir glauben", ohne dass sie geprüft werden?
(11:112) So verharre standhaft, wie es dir befohlen wurde, ebenso diejenigen, die mit dir umgekehrt sind; und übertretet nicht, denn Er ist wahrlich der Allsehende über euer Tun.